TeX und LaTeX mit PostScript-Fonts
Die nachstehenden Informationen wurden angeregt durch Angaben der Universität Stuttgart.
Die Satzsysteme TEX und LATEX verarbeiten Dokumente stets in 2 Schritten:
- Das Satzsystem übersetzt das Ausgangs-File in ein geräteunabhängiges (device independent) DVI-File.
- Mit Hilfe verschiedener DVI-Treiber werden druckerspezifische Informationen hergestellt.
Zur Erzeugung von PostScript-Files wird der Treiber dvips eingesetzt. Dabei werden überwiegend die Computer modern-Fonts (cm-Fonts) verwendet. Diese Fonts sind nicht skalierbar, da sie als Bitmap-Fonts für eine vorgegebene Auflösung (meistens 300 dpi) ausgelegt sind. Sofern das Ausgabegerät eine davon abweichende Auflösung hat, müssen die Fonts neu berechnet werden. Dazu wird der Aufruf von dvips durch die Option -D ergänzt, wodurch automatisch Metafont aufgerufen wird.
So gut auch immer die Anpassung an ein spezielles Ausgabegerät erfolgt, treten bei einer nachträglichen Skalierung (Vergrößerung oder Verkleinerung) der so erzeugten PostScript-Files beim Ausdruck Interpolationsprobleme auf, die durch zerbrochene Zeichen sichtbar werden.
Es besteht nun die Möglichkeit, skalierbare PostScript-Fonts anstelle der nicht skalierbaren Computer modern-Fonts zu verwenden. Die Fonts wurden von Basil K. Malyshev (malyshev@mx.ihep.su) zur Verfügung gestellt.
Insbesondere bei einer geplanten Konvertierung von PostScript nach PDF sollten die skalierbaren Fonts verwendet werden.
Verfügbarkeit
Auf den meisten vom Rechenzentrums betreuten Workstations können die PostScript-Fonts standardmäßig genutzt werden. Sofern beim Aufruf von
% pkginfo ps1-fonts
die Meldung
usr ps1-fonts Skalierbare PostScript-Fonts
erscheint, stehen die skalierbaren Fonts zur Verfügung.
Ansonsten erfolgt die Installation unter Unix wie folgt:
Das File ps-type1-fonts.tar.gz steht auf dem FTP-Server des Rechenzentrums zur Verfügung.
Durch das Entpacken entsteht die Directory ./ps_type1_fonts/pfb. Sie enthält die Definitionen der freiverfügbaren Fonts.
In dem zusätzlichen File font.map ist der Pfad anzupassen, sofern das Entpacken nicht in der Home-Directory erfolgt ist. Dabei ist die Tilde durch den Pfad der Directory zu ersetzen, in der entpackt worden ist.
Das zusätzliche File config.psfonts ist in gleicher Weise anzupassen. Das File enthält den Verweis auf das File font.map.
Beispiel:
p +/tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/font.map
Anschließend ist dieses File entweder in die Installations-Directory von dvips
(z. B. /usr/local/share/texfm/dvips) oder in die eigene Home-Directory zu verschieben.
Nutzung der PostScript-Fonts beim Aufruf von dvips
Der Aufruf von dvips ist durch die Option -P psfonts zu ergänzen. (Man achte auf die Groß-/Kleinschreibung.) Die Option -P spezifiziert den gewünschten Drucker.
Beispiel:
- ohne PostScript-Fonts:
% dvips -o test1.ps -D300 test.dvi
This is dvipsk 5.58f Copyright 1986, 1994 Radical Eye Software
' TeX output 1998.08.14:1259' -> test1.ps
<texc.pro><special.pro><color.pro>. [1] [2] - mit PostScript-Fonts:
% dvips -o test2.ps -D300 -P psfonts test.dvi
This is dvipsk 5.58f Copyright 1986, 1994 Radical Eye Software
' TeX output 1998.08.14:1259' -> test2.ps
<texc.pro>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmr17.pfb>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmbx12.pfb>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmr12.pfb>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmr8.pfb>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmti12.pfb>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmr9.pfb>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmr6.pfb>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmr10.pfb>
</tmp/texpsfonts/ps_type1_fonts/pfb/cmti9.pfb>
<texps.pro><special.pro><color.pro>. [1] [2]
-rw-r-r- 1 user 43206 Aug 14 13:00 test1.ps
-rw-r-r- 1 user 696466 Aug 14 13:01 test2.ps
Weitere Informationen enthalten die Richtlinien für das Erstellen von PostScript-Dateien aus TEX oder LATEX für OPUS des Rechenzentrums der Universität Stuttgart (RUS).
Dort wird anstelle der hier gewählten Bezeichnung psfonts die Bezeichnung distillembed verwendet.
Allgemeinere Informationen enthält LaTeX and fonts.


