Hinweise zur Gestaltung von Postern
Einleitung
Im folgenden sind eine Reihe von gestalterischen und technischen Ratschlägen zur Gestaltung von Postern zusammengestellt. Leider können die einzelnen Themen aus Platzgründen nur angeschnitten werden. Manches wird uns selbstverständlich vorkommen, muß aber zur Vollständigkeit erwähnt werden.
Zur eigenen Stilbildung empfiehlt es sich, verschiedene Druckwerke wie Poster, Prospekte, Zeitschriften, Zeitungen und Bücher aus der Sicht des Gestalters zu analysieren.
Poster, Plakat
Die Begriffe Poster und Plakat haben ähnliche Bedeutung:
- Der Begriff Poster kommt aus dem Englischen. To post bedeutet eine Nachricht anschlagen.
- Der Begriff Plakat hat französichen Ursprung. Das Verb plaquer bedeutet soviel wie belegen, bekleiden, überziehen, das Substantiv plaque bedeutet u.a. Platte oder Belag.
Ein Plakat erzielt nur dann seine Wirkung, wenn es auch von Weitem wahrgenommen wird. Wenn etwas plakativ ist, soll es also fern wirksam sein, also schon von Weitem sehbar und mit einem Blick erfaßbar.
Auf dem Poster selbst sollte ein Blickfang das Interesse des Betrachters erwecken, der sich dann nähert, um weitere Informationen zu erhalten.
Papier, Schere und Kleber
Poster wurden früher wie Kollagen erstellt: Auf eine große Hintergrundfläche wurden einzelne Objekte wie Textausdrucke, Diagramme und Fotos geklebt. Nach dieser Methode lassen sich schnell einzelne Exemplare zusammenstellen.
Unser Ziel ist es, ein Poster vollständig als digitales Dokument aufzubauen. Das kann manchmal mehr Zeit als der traditionelle Weg erfordern. Die Vorteile sind:
- Komponenten, die bereits in digitaler Form vorliegen, können sofort übernommen und integriert werden.
- Das Dokument kann verkleinert oder vergrößert werden.
- Das fertige Dokument kann beliebig oft reproduziert werden.
- Teile des Dokuments können für andere Aufgaben wiederverwendet werden.
Mediengestaltung
Das Poster steht in einer Reihe von anderen Medien, um Informationen zu verbreiten:
- einseitige: Foto, Zeichnung, Gemälde, Handzettel,
- mehrseitige: Zeitung, Artikel, Buch, Prospekt, Katalog, Vortrags-Folien, WWW-Seite, Film.
Das wissenschaftliche Poster ist eine spezielle Variante des Posters, die im Vergleich zum Werbe- oder Veranstaltungs-Poster deutlich mehr Informationen enthält.
Die im weiteren besprochenen Regeln für die Gestaltung von Postern gelten vielfach auch bei der Gestaltung der anderen oben genannten Medien.
Wissenschaftliche Poster
Die Gestaltung eines Posters richtet sich nach seinem Verwendungszweck, hängt aber auch von der Zeitspanne ab, die voraussichtlich zu seiner Betrachtung zur Verfügung stehen wird.
Aus dem Alltag kennen wir Werbe- oder Veranstaltungs-Poster, die für ein Produkt oder eine Veranstaltung werben. Meistens enthalten sie nur ein Bild und ein paar Texte. Sie sind also plakativ gestaltet.
Im Bereich von Forschung und Lehre kennen wir das wissenschaftliche Poster, das deutlich mehr Informationen enthält. Meistens werden solche Poster als Tafeln für die Poster-Session einer Tagung eingesetzt. Auf ihnen sind typischerweise Textabschnitte, Graphiken und Bilder untergebracht.
Im Bereich einer Hochschule treten beiden Varianten auf.
Leider sind wissenschaftliche Poster oft überladen. Die Kunst besteht deshalb im Kürzen. Also müssen alle nebensächlichen Informationen herausgelassen werden. Die Menge an Informationen sollte so beschränkt werden, daß das Poster innerhalb von 2 bis 3 Minuten gelesen bzw. erfaßt werden kann.
Die Poster ersetzen ohnehin nicht den wissenschaftlichen Aufsatz.
Oft erweist es sich als sinnvoll, für die Gesprächspartner zum Mitnehmen bereitzulegen:
- eine kleinformatige monochrome Variante des Posters,
- eine ausführliche Beschreibung des Poster-Inhalts,
- den zugehörigen wissenschaftlichen Artikel.
Projekt-Analyse
Für den Inhalt des Posters müssen geeignete Komponenten ausgewählt werden. Oft gibt es mehr Material, als untergebracht werden kann.
Da hilft es, eine systematische Projekt-Analyse durchzuführen:
- Wer soll angesprochen werden ?
- Welche Informationen sollen an den Betrachter übermittelt werden ?
- Welche Multimedia-Komponenten sollen insgesamt eingesetzt werden
(Text, Graphik, Bilder, Audio, Video) ? - Welche Informationen sind für ein Poster geeignet, welche besser zur Übermittlung durch andere Medien ?
- Welche externen Vorgaben (durch Institut, Veranstalter) sind zu berücksichtigen ?
- Wie hängt das Poster in Konkurrenz zu anderen ?
- Welche Stilmittel sollen verwendet werden (Fonts, Farben) ?
- Welches Papierformat eignet sich (Größe, hoch oder quer) ?
- Soll das Poster einen Schwerpunkt (Blickfang) enthalten und wenn ja: welchen ?
- Wo soll das Poster präsentiert werden (innen oder außen) ?
- Wo soll das Poster gedruckt werden ?
- Was muß der Autor selbst dazu tun ?
Papierformat: Papiergröße
Das Rechenzentrum verfügt über mehrere Poster-Drucker, die Rollenware mit einer Breite von 36 Zoll, also ca 91.4 cm, verarbeiten. Diese Breite entspricht dem US-Format ArchE. Im Vergleich dazu ist das DIN/ISO-Format A0 etwas schmaler, nutzt also die Papierbahn nicht vollständig aus, sodaß u. U. der Rand beschnitten werden muß.
Die genauen Formatgrößen sind:
| (cm) | (inch) | (1/72 inch) | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| A0 | 84.090 | 118.921 | 33.106 | 46.819 | 2383 | 3370 |
| ArchE | 91.440 | 121.920 | 36.000 | 48.000 | 2592 | 3456 |
Weitere Formatangaben enthalten die Informationen zu den Papierformaten.
Da bei diesen Druckern von der Papierrolle gearbeitet wird, ist die Länge eines Poster nicht auf die in der Tabelle genannten Maße beschränkt. Zur Konfiguration der Druckertreiber für größere Formate siehe Ausdrucken von überlangen Postern.
In allen Fällen sollte ein Rand von 1 bis 2 cm berücksichtigt werden.
Papierformat: hoch oder quer
Nach der Entscheidung für die Papiergröße ist die Wahl zwischen Hochformat (Portrait) und Querformat (Landscape) zu treffen.
Aus gestalterischer Sicht ist das Querformat besser geeignet. Das erklärt sich daraus, daß der Beobachter Informationen in einer Ebene am besten wahrnimmt, weil der optimale Lesebereich größer ist.
Meistens wird man sich jedoch aus Platzgründen für das Hochformat entscheiden müssen. Dann ist es sinvoll, die vertikale Fläche aufzuteilen und zwar in
- den zentralen optimalen Lesebereich,
- einen oberen Bereich (oft für den Titel, die Überschrift),
- einen unteren Bereich (oft für weitere Erläuterungen).
Damit vermeidet man, daß der Lesende sich unnötig bücken oder auf die Zehenspitzen stellen muß.
Größe des Designs
Es empfiehlt sich, das Design eines Posters von Anfang an auf das endgültige Papierformat abzustimmen. Verkleinerungen für Probedrucke und Handzettel sind jederzeit ohne Qualitätsverlust möglich.
Grundsätzlich ist eine freie Skalierung in beiden Richtungen nur dann möglich, wenn das Dokument ausschließlich skalierbare Komponenten (Vektor-Graphik, Schriften) enthält, nicht jedoch Rasterbilder.
Es ist deshalb nicht sinnvoll, das Poster zunächst kleinformatig (z. B. in A4) zu entwerfen und dann zu vergrößern, da sonst die Bildgrößen der Rasterbilder für das Ausdrucken zu klein sein könnten (siehe auch den Abschnitt über Bildgrößen).
Klassifizierung von Fonts
Fonts (Schriften) können auf unterschiedliche Art und Weise klassifiziert werden, z. B. mit und ohne Serifen.
Zu jeder Schrift kann es verschiedene Ausprägungen (Schriftschnitte) geben, wie z. B. fett (bold) oder schräg (italic, oblique, slanted).
Digitale Fonts werden unterschieden in
- Outline-Fonts:
- Alle Zeichen werden entlang der äußeren Kanten durch Punkte und Kurvenstücke beschrieben.
- Alle Zeichen können bei Bedarf gefüllt werden (was der Normalfall ist).
- Alle Zeichen sind beliebig skalierbar, spiegelbar, rotierbar, etc. und damit in jeder Größe für jede Auflösung nutzbar.
- Beispiele: TrueType- oder PostScript-Fonts, die sich durch unterschiedliche Polynome unterscheiden.
- Raster-Fonts (Bitmap-Fonts):
- Für alle einzelnen Zeichen gibt es kleine Matrizen-Darstellungen, die für genau eine Druck-Auflösung entworfen worden sind.
- Die einzelnen Zeichen können nur schwerlich manipuliert werden.
- Raster-Fonts werden typischer eingesetzt bei Druckern mit festen Schriftgrößen z. B. bei Matrixdruckern.
CM-Fonts (Computer Modern Fonts) von TEX und LATEX sind Raster-Fonts für 300 dpi.
TrueType- und PostScript-Fonts, ATM
Die Betriebssysteme MacOS und Windows haben Probleme beim Drucken von Texten, da die Betriebssysteme andere Fonts als die Drucker benutzen.
Bildschirmdarstellung:
- Die Bildschirmdarstellung bei MacOS- und Windows- Betriebssystemen erfolgt durch TrueType-Fonts.
- Die PostScript-Fonts der Drucker sind dagegen nicht direkt darstellbar.
- Diese Lücke schließt der ATM (Adobe Type Manager), der zu jedem PostScript-Font eine Bildschirmdarstellung berechnet.
Dadurch können Publishing-Programme auch PostScript-Fonts direkt darstellen, sofern gleichzeitig ein PostScript-fähiger Druckertreiber eingestellt ist.
Adobe Type Manager (ATM):
- Verfügbare Varianten sind: ATM Light, ATM und ATM Deluxe.
- ATM Light (MacOS und Windows) ist kostenlos ladbar von www.adobe.com.
- ATM ist in einer Basis-Version bereits in Windows 2000 integriert; in manchen Fällen muß eine weitergehende Version zusätzlich installiert werden.
Drucker:
- Die Grundaustattung eines PostScript-Druckers umfaßt typischerweise 39 PostScript-Fonts.
- PostScript-Drucker können keine TrueType-Fonts darstellen, sofern nicht die Font-Definition innerhalb eines PostScript-Files an den Drucker übertragen wird (Font Type 42).
- Standardmäßig werden TrueType-Fonts durch ähnliche PostScript-Fonts ersetzt, sofern nicht der Anwender entsprechende Vorkehrungen, d.h. Einstellungen im Druckertreiber, trifft.
In manchen Betriebssystemen ist die dabei verwendete Ersetzungstabelle modifizierbar.
Beim Drucken von größeren Zeichen, z. B. in Postern, erhält man u. U. ungünstige Zeichenabstände. - Auch bei der Verwendung von PostScript-Fonts ist darauf achten, daß die Schrift auf dem Drucker zur Verfügung steht.
Lizenzrechtliche Situation bei Schriften
Das Entwickeln einer Schrift ist sehr arbeitsaufwendig. Deshalb sind Schriften als geistiges Eigentum des Autors i.a. lizenzpflichtig.
Das Installieren eines Fonts auf einem Rechner, das Laden in einen Drucker oder das Einbinden in ein PostScript- oder PDF-File sind deshalb nur dann zulässig, wenn die entsprechende Lizenz dafür vorliegt.
Als Kompromiß besteht bei PDF-Files die Möglichkeit, nicht den vollständigen Font, sondern nur die wirklich benötigten Zeichen einzubetten.
Auswahl von Schriften
Zur Gestaltung:
Die Auswahl der Schriftart orientiert sich am Thema des Posters.
Bei wissenschaftlichen Themen sollten keine schmückenden Schriften wie beispielsweise ein Jugendstil-Font verwendet werden, es sei denn, es wird gerade das Thema Jugendstil behandelt.
Um die plakative Form herauszustellen, empfehlen sich serifenlose Schriftarten (Groteskschriften).
Allerdings vermitteln serifenbetonte Fonts den Eindruck von mehr Seriosität.
Da die Serifen den Lesefluß verbessern, sind sie für Textblöcke zu empfehlen, während serifenlose Schriften für die Titel geeignet sind.
Die Anzahl der benutzten Schriftgrößen ist so gering wie möglich zu halten.
Innerhalb der Texte sollten nur wenige Varianten einer Schriftart (Schriftschnitte) wie Schrägschrift (Italic) oder Fettdruck (Bold) benutzt werden. Auch mit Zusatzmerkmalen wie Unterstreichen, Inversdruck oder Schattenschrift ist sparsam umzugehen.
Zur Drucktechnik:
Beim Drucken muß sichergestellt werden, daß die Definition eines Fonts entweder bereits im Drucker vorhanden ist (siehe auch Fonts bei PostScript-Druckern) oder in das PostScript- bzw. PDF-File integriert wird. Dazu beachte man die Hinweise zur Installation und Konfiguration der (Adobe) PostScript-Treiber unter MacOS und Windows. Anderenfalls findet eine Substitution von TrueType-Fonts durch PostScript-Fonts statt, wodurch ungleichmäßige Zeichenabstände auftreten können.
In manchen Programmen gibt es für den Notfall zwei Alternativen:
- Die Zeichen können in Vektoren (Polygone) konvertiert werden. Dadurch verliert man allerdings die Möglichkeit, die Texte weiter modifizieren zu können.
- Das ganze Dokument kann in ein Rasterbild umgewandelt werden. Dabei geht allerdings die gesamte Struktur des Dokuments verloren, sodaß es praktisch nicht mehr verändert werden kann. Auch ist nicht sichergestellt, daß die Auflösung des Rasterbilds den eigenen Ansprüchen genügt. Denn in den meisten Fällen hat der Anwender keinen Einfluß auf die Parameter für die Konvertierung.
Die Fläche
Zur Gestaltung:
Innerhalb einer rechteckigen Fläche haben verschiedene Orte unterschiedliche Bedeutungen und Gewichte. Für die Orte links, rechts, oben und unten hat der Betrachter eines Bildes verschiedene Assoziationen. Dabei spielen die Leserichtung unseres Kulturraums und die Erfahrung mit der Schwerkraft eine Rolle:
- Die Bewegung von links nach rechts ist unsere natürliche Leserichtung.
- Die Bewegung von oben nach unten wird ebenfalls beim Lesen ausgeführt. Auch Gegenstände bewegen sich durch die Schwerkraft von oben nach unten.
Dadurch haben wir die folgenden Assoziationen:
- Die Grundlinie eines Bildes wird wie eine Standfläche mit festem Grund empfunden. Objekte knapp oberhalb der Grundlinie erscheinen in einer stabilen Lage auf dieser Fläche.
- Dagegen erscheinen Objekte weit oberhalb der Grundlinie in einer weniger stabilen, also labilen Lage.
- Objekte am linken Rand einer Fläche werden als in Bewegung empfunden.
- Dagegen erscheinen sie am rechten Rand in Ruhe.
In der Summe liegt der Focus in der rechten unteren Ecke einer Fläche.
Betrachtet man aufmerksam Werbeprospekte, so findet man häufig das Logo und den Namen des Produkts in der rechten unteren Ecke. Auch bei Bildern wird die Aufmerksamkeit häufig auf ein Detail in dieser Ecke gelenkt.
Aber nicht jede Fläche muß nach diesen Regeln aufgebaut sein. Beispielsweise kann auch eine Fläche mit zentralem inhaltlichen Schwerpunkt ausgewogen wirken.
Seiteneinteilung
Ein Werbeposter besteht oft nur aus einem Bild und ein paar Worten. Wenn allerdings eine Darstellung aus einer größeren Anzahl von Objekten besteht, dann muß eine ordnende Struktur aufgebaut werden, um eine schnelle Überschaubarkeit zu erreichen. Dies gilt insbesondere für das wissenschaftliche Poster mit einer größeren Anzahl von Bildern, Texten, etc.
Die strukturierenden Linien lenken den Lesefluß, der sowohl zeilen- als auch spaltenweise verlaufen kann.
Solche Linien müssen nicht explizit eingezeichnet sein; es kann sich auch um aneinander grenzende Kanten verschiedener Elemente handeln.
Grundsätzlich vermitteln horizontale und vertikale Linien den Eindruck von Ruhe und Ordnung, dagegen vermitteln schräge Linien den Eindruck von Bewegung (Unruhe im Negativen, Dynamik im Positiven).
Solche expliziten oder gedachten Linien sollten nicht in ihrem Verlauf unterbrochen oder versetzt sein, weil sonst die Struktur gestört wird.
Bei Bedarf kann das gesamte Poster durch einen Rahmen als integrierende Komponente abschlossen werden. Auch einzelne Elemente können durch Rahmen eingeschlossen werden. Dabei wirken Rahmen mit runden Ecken besonders gefällig.
Bei einer größeren Anzahl von Textblöcken orientiert sich die Seiteneinteilung an der Schriftgröße: Angelehnt an den Buchdruck hat sich eine Zeilenlänge von 45 bis 60 Zeichen bewährt, damit der Lesende ohne Probleme vom Zeilenende zum Anfang der nächsten Zeile findet. Deshalb wird eine Textzeile im allgemeinen nicht über die volle Papierbreite gehen, sondern vielmehr das Poster in mehrere Spalten aufgeteilt.
Corporate Design, Erscheinungsbild der CAU
Wenn man ein einzelnes Poster erstellt, dann sollte es sich durch etwas Besonderes von anderen hervorheben.
Erstellt man eine ganze Serie von Postern, so sollte man einen einheitlichen Stil vereinbaren, um die Zusammengehörigkeit zu signalisieren.
In einer Arbeitsgruppe müssen die Gemeinsamkeiten dann aber auch eingehalten werden. Am einfachsten gelingt dies durch Wiedererkennungsmerkmale wie Logos oder spezielle Farben.
Für das Gestalten von Drucksachen und Internet-Seiten der Universität bzw. einer Einrichtung (Institut, Klinik) sollten die entsprechenden Vorgaben berücksichtigt werden, um ein einheitliches Erscheinungsbild (Corporate Design) zu erreichen.
Für die CAU ist die grundlegende Farbe HKS33. Zusätzlich sind für die verschiedenen Fakultäten eigene Farben festgelegt worden, wie in der Farbpalette CAU beschrieben.
Elemente eines Posters, Leerflächen
Ein Poster wird i. A. gebildet aus
- einem Hintergrund,
- einzelnen Textzeilen (insbesondere der Überschrift) und Textblöcken,
- vektor-orientierten Graphiken (Zeichnungen, Meßkurven, Diagrammen, Karten),
- Rasterbildern.
Grundsätzlich sind Graphiken und Rasterbilder besser geeignet als Texte (Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte). Beide brauchen allerdings eine gewisse Größe, um zu wirken: Briefmarkengröße reicht nicht.
Zwischen den einzelnen Komponenten sollten Leerflächen bleiben, damit die Objekte selbst mühelos von einander unterscheidbar sind und der Beobachter das vorher Gesehene verarbeiten kann.
Das Gegenbeispiel bilden die Anzeigen einiger Einzelhandelsketten, in denen der Leser die Informationen mit Mühe zusammensuchen muß. Das ermüdet schnell und das Poster wird wahrscheinlich nicht vollständig betrachtet.
Hintergrund
Zur Gestaltung:
Meistens bleibt der Hintergrund weiß, jedoch kann es gestalterisch interessant sein, eine farbige Vollfläche oder einen Farbverlauf einzusetzen. Auch ein Logo oder ein Bild kann Aufmerksamkeit erwecken.
Vor einem hellen Hintergrund sind dunkle Schriftzeichen zu verwenden, bei dunklerem Hintergrund hell (meistens weiße) Zeichen.
Allerdings kann ein zu prominentes Hintergrundbild den Gesamteindruck unleserlich machen.
Zur Drucktechnik:
Ein gestalterisch interessanter Hintergrund kann drucktechnische Probleme bereiten. Beim Tintenstrahldrucker führt ein großflächiger starker Farbauftrag zu einer übermäßigen Durchfeuchtung des Papiers. Wenn dann das Papier nicht schnell genug trocknen kann, wird es wellig. Insofern sollte Farbe als Material mit Bedacht eingesetzt werden.
Dunkle Flächen, insbesondere Schwarz sind nicht zu empfehlen, da nicht alle Drucktechnologien einen gleichmäßigen Farbauftrag garantieren. Je größer der Kontrast zum Papierweiß, desto leichter sind Unregelmäßigkeiten zu erkennen.
Titel, Überschrift
Zur Gestaltung:
Der Titel spielt eine zentrale Rolle für das gesamte Poster. Er soll alle Schlüsselwörter des weiteren Inhalts des Posters enthalten. Damit wird sofort die Aufmerksamkeit aller fachlich Interessierten erweckt.
Die Schriftzeichen sind so groß zu wählen, daß sie auch in einigen Metern Entfernung lesbar sind.
Unter den Titel sollten die Namen der Autoren aufgeführt werden, zwar in etwas kleinerer Schrift, jedoch nicht bescheiden unauffällig, denn letztlich geht es nicht nur um die Darstellung des Themas, sondern auch um das Präsentieren der Autoren.
Alle zum Titel gehörenden Zeilen sollten zentriert gesetzt werden.
Vielfach ist es üblich, das Siegel der Universität und das Siegel der Fakultät auf beiden Seiten des Titels zu plazieren.
Gestaltung von Texten
Zur Gestaltung:
Das Poster soll nicht den wissenschaftlichen Aufsatz ersetzen!
Ein typischer Fehler von Anfängern ist es, den Textanteil eines Posters zu umfangreich zu gestalten. Deshalb beachte man den alten Telefon-Slogan: Fasse Dich kurz!
Es empfiehlt sich, zunächst den Gesamtext in inhaltlich abgeschlossene Blöcke zu zerlegen, die dann mit anderen Objekten (wie Bildern und Graphiken) gruppiert werden.
Innerhalb der Textblöcke sind - soweit wie möglich - Stichworte und Aufzählungen (bullet points) den Lauftexten vorzuziehen.
Wenn dennoch vollständige Sätze verwendet werden müssen (z. B. bei Zitaten), dann lohnt es sich zu überlegen, ob Flatter- oder Blocksatz verwendet wird.
Wenn der Blocksatz zu unregelmäßig großen Wortabständen innerhalb der Zeile führt, dann sollte unterstützend eine manuelle Silbentrennung durchgeführt werden.
Auch beim Flattersatz erhält man häufig einen zu ungleichmäßigen Rand; dann sollte ebenfalls eine selektive manuelle Silbentrennung durchgeführt werden.
Erfahrungsgemäß wirkt Flattersatz bei kurzen Texten natürlicher als Blocksatz.
Die Schrift-Größen wählt man am besten so, daß die Texte auch aus einer Entfernung von 2 bis 3 Metern lesbar sind. Da auch die verwendete Schrift eine Rolle spielt, empfiehlt sich zur Kontrolle ein kleiner Test mit verschiedenen Schriften und Größen.
Abschließend noch der Hinweis, daß bei der Wortwahl das Vokabular der Zielgruppe verwendet werden sollte.
Auch unnötige Verständnishürden durch nicht geläufige Abkürzungen sind unbedingt zu vermeiden.
Tabellen
Zur Gestaltung:
Auf den Gebrauch von Zahlenreihen und Tabellen sollte verzichtet werden. Besser ist es, sie in Graphiken (z. B. Histogramme, Tortendiagramme) zu verwandeln, da Bilder vom Betrachter leichter erfaßt werden.
Außerdem kommt es meistens sowieso mehr auf das Verhältnis der Zahlenwerte zu einander an, als auf die absoluten Werte.
Vektor-Graphiken
Zur Gestaltung:
Vektor-Graphiken sind beispielsweise strich-orientierte Darstellungen wie Zeichnungen, Meßkurven, Diagramme und Karten.
Ähnlich wie bei der Gestaltung der Texte gilt es auch hier, eine einfache Darstellungsform zu finden. Beschriftungen und Einteilungen der Koordinatenachsen sind sparsam zu verwenden. Die Größe der Schriftzeichen ist so zu wählen, daß sie auch in einiger Entfernung zu lesen sind. Bei den Linien reicht die einfache Strichstärke nicht aus. Gestrichelte Linien sollten durch farbige Linien ersetzt werden.
Rasterbilder
Rasterbilder können auf unterschiedliche Weise selbst gewonnen oder aus vielfältigen Quellen übernommen werden. Sie können von Negativen und Dias, von Fotos und anderen Papiervorlagen oder auch vom Video gewonnen werden.
Freie oder lizenzpflichtige Fotos sind als Sammlungen auf Kodak Photo-CDs erhältlich.
Bei Bedarf - insbesondere aus Speicherplatzgründen - sind die Rasterbilder zu bearbeiten. So kann es sinnvoll sein,
- einen Ausschnitt zu wählen,
- die Auflösung (Bildgröße) zu reduzieren (siehe unten),
- die Farbtiefe zu reduzieren (siehe ebenfalls unten),
- Farbanpassungen vorzunehmen, damit die verschiedenen Objekte des Posters farblich zusammenpassen.
Pictogramme, Cliparts
Es ist nicht immer erforderlich, kleinformatige Bildchen selbst zu erstellen. Alternativ können kleine Rasterbilder (Pictogramme, Cliparts) verwendet werden, die lizenzfrei zur Verfügung stehen. Quellen sind beispielsweise
- Sammlungen im Internet, z. B. die Iconlib-Sammlung des RUS. Hierbei handelt es sich um GIF-Files mit geringer Auflösung (meistens 32 * 32 Pixels).
- Integrierte Sammlungen von thematisch sortierten Cliparts bei vielen Programmen.
Bildunterschriften
Graphiken und Rasterbilder sind mit Unterschriften zu versehen, damit man ihren Inhalt versteht, ohne die Texte vollständig gelesen zu haben. Bei einer größeren Anzahl von Objekten kann eine Numerierung hilfreich sein.
Bildgrößen und Farbtiefe bei Rasterbildern
Zur Drucktechnik:
Bei digitalen Druckern werden die Informationen als ganzseitiges rechteckiges Punktraster mit der physikalischen Auflösung des Geräts auf das Papier übertragen. Gebräuchliche physikalische Auflösungen sind 300 dpi oder Vielfache davon.
Bei Tintenstrahl- und Laserdruckern ist wegen des Ditherings die logische Auflösung deutlich geringer. Für die Posterdrucker des Rechenzentrums sind 150 bis 200 lpi eine geeignete Größe. Eine ausführliche Diskussion der Zusammenhänge enthalten die Informationen zu Auflösung, Pixel, dpi, lpi, ppi, Rasterweite.
Ähnliches gilt für die Farbtiefe. In vielen Fällen ist es möglich, die Farbdarstellung von 24-Bit-RGB auf 8-Bit indizierte Farbe umzustellen, ohne dabei einen Verlust an Informationen in Kauf nehmen zu müssen. Dies gilt für die meisten vektor-orientierten Darstellungen (Zeichnungen, Meßkurven, Diagramme, Karten).
Alle Daten, die darüber hinaus dem Drucker übermittelt werden, sind einfach überflüssig! Zu große Druck-Files belasten alle weiteren Bearbeitungsschritte.
Zur Gestaltung:
Wenn es weniger um Details geht, könnte man bewußt mit deutlich zu geringer Bildgröße experimentieren, um auffällige Effekte zu erzielen.
File-Formate und Kompressionen bei Rasterbildern
Zur Drucktechnik:
Eine Ursache für die häufig schlechte Qualität der Bilder ist die ungünstige Wahl des File-Formats, in dem die Bilder (vor der Integration in das Poster) gespeichert werden.
Bei Rasterbildern sind grundsätzlich drei Speicherformen zu unterscheiden:
- a) unkomprimiert:
- große Files,
- keine Kompressionsverluste.
- b) verlustfrei (lossless) komprimiert:
- kleinere Files,
- keine Kompressionsverluste,
- numerischer Aufwand zum Komprimieren und Dekomprimieren erforderlich,
- Realisierung z.B. durch Zusammenfassen von zusammenhängenden identischen Bitgruppen in einer Rasterzeile.
- c) verlustbehaftet (lossy) komprimiert:
- kleine Files,
- Verluste, die bei Vergrößerungen sichtbar werden können,
- Verluste teilweise sichtbar an verschwommenen Details,
- Realisierung z.B. durch Weglassen von kleinen Bild-Details oder kleinen Farbabweichungen,
- vom Anwender beim Komprimieren wählbarer Qualitätsgrad.
Bekannte Raster-Formate sind:
- TIFF (Tagged Image File Format):
unkomprimiert (a) und LZW-komprimiert (b), - JPEG (Joint Photographer's Expert Group):
mit wählbarem Kompressionsgrad (c), bei Qualitätsgrad 100 % gemäß (b). - PNG ( Portable Network Graphics):
mit verschiedenen Kompressions-Optionen (b).
JPEG ist konzipiert für natürliche Bilder, die viele kleine Änderungen enthalten, von denen mehr oder weniger viele der Kompression zum Opfer fallen. Für strich-orientierte Bilder sollte eine verlustfreie Kompression eingesetzt werden, da sonst die Konturen ausfransen.
Farbe allgemein
Zur Gestaltung:
Auf jeden Fall müssen die Farben auf das Thema abgestimmt sein.
In einem strukturierten Aufbau verwendet man am besten gleiche Farben für gleiche Hierarchien und gleichwertige Objekte.
Zu viele Farben überlasten das Poster und erzeugen den Eindruck von Buntheit.
Dagegen hebt sich eine reine Schwarz-Weiß-Darstellung in einer Reihe von farbigen Postern heraus und erzielt so eine besondere Wirkung.
Wirkung der Farben
Über die psychologische Wirkung einzelner Farben und von Farbkombinationen gibt es unendlich viel Literatur. Stellvertretend für alle anderen Publikationen der Hinweis auf Möller, C.: Wirkung von Farben.
Eigenschaften einzelner Farben:
- Rot: warm, Aktivität, Agressivität,
- Orange: Vergnügen,
- Gelb: heiter, Lebensfreude,
- Grün: beruhigend und neutral, Ruhe und Ausgeglichenheit,
- Blau: kalt, Harmonie, Freundlichkeit, Freundschaft,
- Violett: negativ, unsympathisch,
- Schwarz: negativ,
- Weiß: positiv,
- Grau: Neutralität, Funktionalität, Sachlichkeit.
Eigenschaften von Farbkombinationen:
- Grün-Blau-Weiß: Erholung,
- Weiß-Blau: wissenschaftliche Tugenden,
- Schwarz-Weiß: seriös und informativ,
- Schwarz-Gelb: Signalfarbe.
Farbe bei Texten
Je farbiger ein Text ist, desto schwieriger ist er zu lesen. Denn farbiger Text wird langsamer und fehlerhafter gelesen als ein schwarz-weißer Text. Der Grund liegt in den Farbkontrasten, die das Auge irritieren.
Was rot gedruckt ist, wirkt auf den ersten Blick wie Werbung, und Werbung wird von immer mehr Menschen ignoriert. Jeder hat zwar gelernt, daß rot Gedrucktes hervorgehoben sein soll, aber man ist gewohnt, alle wirklich wichtigen Informationen schwarz auf weiß zu lesen.
Ein wissenschaftlicher Text in Rot wirkt populärwissenschaftlich, wenn nicht gar unseriös.
Da eine Arbeitsumgebung üblicherweise hell ist, sollte der Hintergrund eines Dokuments ebenfalls hell und die Schrift im Kontrast dazu dunkel sein, nicht umgekehrt. Also empfiehlt sich die typische Kombination schwarze Schrift um weißem Grund.
Schwarze Schrift auf weißen Grund hat auch die beste Nahwirkung, schwarze Schrift auf gelbem Grund hat die beste Fernwirkung.
Bildharmonien
Ein Bild macht dann einen harmonischen Eindruck, wenn die Objekte darin in ausgewogenen Verhältnissen stehen. Die Harmonie entsteht durch
- die Ähnlichkeit der Objekte (z. B. bei Farbe: ``Ton in Ton''),
- die Kontraste der Objekte.
Es gibt verschiedene theoretische Ansätze, Kontraste zu systematisieren. Gemäß A. Hölzel und J. Itten gibt es sieben Kontraste:
- den Eigenfarb-Kontrast,
- den Hell-Dunkel-Kontrast,
- den Kalt-Warm-Kontrast,
- den Komplementär-Kontrast,
- den Simultan-Kontrast,
- den Qualitäts-Kontrast,
- den Mengen-Kontrast.
Dazu zunächst eine Erklärung des Begriffs Komplementärfarben: Es handelt sich dabei um die Gegenfarben, die einander im Farbkreis gegenüber liegen. Komplementäre Farben mischen sich (bei Körperfarben, also im subtraktiven Farbsystem) zu Grau bis Schwarz.
Der Farbkreis bzw. die Farbkugel wurden schon von J. W. von Goethe und Ph. O. Runge (ca 1800) benutzt. Es handelt sich um Modelle, die Ordnung der Farben zu beschreiben.
Kurze Erläuterungen zu den oben genannten Kontrasten:
- Eigenfarb-Kontrast (Farbe-an-sich-Kontrast):
Die ``starken'' Farben Rot, Blau und Gelb dominieren durch Leuchtkraft und Stärke.
Für alle Farben gilt, daß Weiß die Leuchtkraft der anderen Farben schwächt und sie dunkler macht. Schwarz steigert die Leuchtkraft der anderen Farben und läßt sie heller wirken. - Hell-Dunkel-Kontrast:
Hier geht es um die Helligkeit (Lichtwerte, Luminanz) einer Farbe.
Zwischen Schwarz und Weiß ist der maximale Hell-Dunkel-Kontrast. Von den bunten Farben bilden Gelb und Violett den stärksten Kontrast.
Der Hell-Dunkel-Kontrast eignet sich sehr gut, um intensive Botschaften zu vermitteln.
Dieser Kontrast ist nicht gleich dem Komplementär-Kontrast. Beispielweise sind Rot und Grün komplementär, haben jedoch einen geringen Hell-Dunkel-Kontrast. - Kalt-Warm-Kontrast:
Der Farbbereich Gelb-Orange-Rot wird als warm, der Farbbereich Grün-Blau-Violett als kalt empfunden. Die wärmste Farbe ist Rotorange, die kälteste ist Blaugrün. Der Kalt-Warm-Kontrast ist eine Art Komplementär-Kontrast. Farben aus beiden Bereichen verbinden Empfindungspaare wie kalt - warm, leicht - schwer, ruhig - aktiv, fern - nah. - Komplementär-Kontrast:
Komplementär-Kontraste wirken am stärksten mit den 6 Grundfarben. - Simultan-Kontrast:
Dieser Kontrast ist ein reines Wahrnehmungsphänomen: Das Auge erzeugt gleichzeitig (simultan) die zugehörige Komplementärfarbe. Dieser Effekt wurde von J. W. Goethe beobachtet und war der Anlaß, sich intensiv mit Farbtheorien zu beschäftigen.
Die Wirklichkeit einer Farbe ist nicht immer identisch mit ihrer Wirkung. - Qualitäts-Kontrast:
Der Kontrast zwischen reinen, leuchtenden Farben und stumpfen, also in ihrer durch ``Farbqualität'' veränderten Farben. Die Änderungen entstehen durch Aufhellen oder Abdunkeln, d.h. durch Zumischen von Weiß bzw. Schwarz. Eine leuchtende Farbe inmitten eines Umfelds von getrübten Farben hat eine scheinbar höhere Leuchtkraft und damit einen höheren Aufmerksamkeitswert. - Mengen-Kontrast (Quantitäts-Kontrast):
Stark unterschiedliche Mengenanteile von Farben bilden schon von sich aus einen starken Kontrast. Die kleinflächige Farbe kann die Aufmerksamkeit stark auf sich ziehen.
Farbwiedergabe, Farbräume, Farb-Management
Zur Drucktechnik:
Farben werden in zwei Systemen beschrieben:
- im additiven Farbsystem:
Farben von Selbststrahlern ( Lichtfarben) (z. B. Sonnenlicht, Lampen, Computer-Monitore, Diabelichter) werden im additiven Farbsystem beschrieben.
Wenn kein Strahler aktiv ist, sieht der Beobachter schwarz. Beim Hinzuschalten von Lichtquellen erhöht (addiert) sich die Helligkeit bis hin zum Weiß.
Entsprechend den Eigenschaften des menschlichen Auges werden als Grundfarben Rot, Grün und Blau ( RGB) verwendet. - im subtraktiven Farbsystem:
Körperfarben (z. B. bei Druckern) werden im subtraktiven Farbsystem beschrieben.
Wird das Licht beispielsweise unbehindert von einem Blatt reflektiert, so sieht der Beobachter weiß. Durch Hinzufügen von unterschiedlichen Farbfiltern verringert (subtrahiert) sich die Helligkeit bis hin zum Schwarz.
Als Grundfarben werden die Komplementärfarben zum RGB-System benutzt: Cyan, Magenta und Yellow. Da die Druckfarben keine idealen Farbeigenschaften haben, wird als vierte Grundfarbe Schwarz hinzugenommen ( Vierfarbendruck), weshalb vom CMYK-Farbsystem gesprochen wird.
Die Werte in beiden Farbsystemen sind geräteabhängig, denn die verschiedenen Geräte verwenden unterschiedliche Leuchtstoffe bzw. Druckfarben und Papiere. Deshalb haben alle Lichtstrahler und alle Drucker ihre eigenen Farbräume.
Um eine farbgetreue Druckausgabe zu erreichen, wird das Farb-Management eingesetzt, das die unterschiedlich großen Farbräume der beteiligten Geräte ineinander konvertiert.
Das Farb-Management kann folgendermaßen realisiert sein:
- implizit, innerhalb eines Ausgabegeräts (z. B. im RIP des Posterdruckers des Rechenzentrums),
- explizit im Zusammenspiel zwischen Anwendungs-Software (z. B. Adobe PhotoShop, Adobe Illustrator, CorelDraw), Betriebssystem (MacOS, Windows 98/2000) und den Ausgabegeräten. Das Ganze ist allerdings nur mit größerem Aufwand zu erreichen.
- Vektor-Graphik in RGB-Darstellung,
- Vektor-Graphik in CMYK-Darstellung,
- Rasterbilder in RGB-Darstellung,
- Rasterbilder in CMYK-Darstellung.
Text-Objekte zählen dabei zu den Vektor-Objekten, da sie durch ihre Konturen (Outlines) beschrieben werden.
Für alle vier Komponenten können in einem RIP unterschiedliche Transformationen definiert sein. Deshalb sollten in einem Dokument nicht RGB- und CMYK-Objekte gemeinsam verwendet werden, da sonst Farben, die auf dem Monitor gleich sind, sich in der Druckausgabe deutlich unterscheiden können.
Da grundsätzlich RGB-Farbräume mehr Farben als CMYK-Farbräume beschreiben können, sollten bevorzugt RGB-Farben benutzt werden.
Transparenzen
In einigen Programmen können Farben durch Auswahl eines Transparenzgrads verändert werden. Der Grad schwangt zwischen vollständiger Transparenz, bei der die Farbe gar nicht mehr wahrnehmbar ist und nicht vorhandener Transparenz, bei der die Farbe deckend ( opaque) ist.
In einer Produktionskette vom Programm bis zum Drucker ist nicht immer sichergestellt, daß Transparenzen korrekt gespeichert oder dargestellt werden können. Oft wird statt der reduzierten Farbe die Vollfarbe benutzt. Manche Programme geben einen entsprechenden Hinweis beim Speichern eines Files oder im Druck-Menü.
Abhilfe schafft
- das manuelle Ersetzen der transparenten Farbe durch eine abgetönte Farbe ohne Transparenz, wenn der Hintergrund weiß ist,
- das Umwandeln des gesamten Dokuments in ein Rasterbild, sofern das Programm eine entsprechende Funktion bietet. Dabei ist allerdings nicht sichergestellt, daß die Auflösung des Rasterbilds den eigenen Ansprüchen genügt. Denn in den meisten Fällen hat der Anwender keinen Einfluß auf die Parameter für die Konvertierung.
Datenformate für die Druckausgabe
Die Posterdrucker des Rechenzentrums können PostScript- und PDF-Files verarbeiten.
PostScript-Files werden durch geeignete Druckertreiber erzeugt.
PDF-Files werden erstellt durch
- Konvertierung von PostScript nach PDF,
- Pseudo-PDF-Druckertreiber oder
- den direkten Export aus Programmen wie Adobe Illustrator oder Corel Draw.
Das PDF ist PostScript überlegen, da die Files deutlich kleiner sind und keine geräte-spezifischen Informationen enthalten. Weitere Angaben entnehme man den Informationen zum Drucken von PDF-Files.
Immer wieder führen übergroße Rasterbilder zu übergroßen Ausgabe-Files (weiteres vorn im Abschnitt zu den Bildgrößen und zur Farbtiefe). Deshalb sollte man die Größe der Druckfiles überprüfen, bevor die Druckaufträge erteilt werden.
Nicht aussagekräftig für eine Abschätzung der Größe sind die programmspezifischen Datenfiles, denn sie können komprimierte Daten oder Verweise auf externe Objekte enthalten.
Nachbearbeitung: Laminieren
Gedruckte Poster können im Rechenzentrum beidseitig eingeschweißt (laminiert) werden. Dabei kommt (nach Wahl des Kunden) glänzende oder matte Folie zum Einsatz. Die glänzende Folie bringt intensivere Farben, die matte Folie ist weniger reflektierend. Zwei Muster hängen im Service-Raum des Rechenzentrums aus.
Weitere Angaben entnehme man den Informationen zum Laminieren von Ausdrucken.
Aufhängen der Poster
Ähnlich wie beim Aufhängen von Bildern ist es auch bei Postern zu empfehlen, daß das Licht von oben fällt, damit keine Reflexionen den Betrachter stören.
Allerdings sind die Betrachtungsbedingungen (Helligkeit, Farbe der Beleuchtung, Farbe der Umgebung) vom Gestalter normalerweise nicht vorhersehbar. Insoweit sind der Planung Grenzen gesetzt.
Literatur
- Dutt, Chr. u. Schmithäuser, M.: Der neue Desktop-Knigge
Franzis-Verlag, 1996, ISBN 3-7723-7653-3 - Fries, Chr.: Mediengestaltung
Fachbuchverlag Leipzig, 2002, ISBN 3-446-21860-0 - Hewlett-Packard: HP color Compendium
3. Auflage, 2000, HP Part-Nr. 0100-C04GE - Itten, J.: Kunst der Farbe - Studienausgabe
Otto Maier Verlag, ISBN 3-473-61551-X - Kandinsky, W.: Punkt und Linie zu Fläche
7. Auflage, Benteli-Verlag, 1973, ISBN 3-7165-0182-4 - Khazaeli, C. D.: Crashkurs Typo und Layout
rororo 2002, ISBN 3-499-61208-9 - Klein, H.: DuMont's kleines Sachwörterbuch der Drucktechnik und grafischen Kunst
Verlag M. DuMont Schauberg, Köln, 1975, ISBN 3-7701-0760-8 - Küppers, H.: Harmonielehre der Farben
- Lexikon der grafischen Technik
VEB Fachbuchverlag Leipzig, 7. Auflage, 1986 - Liedl, R. R.: Die Pracht der Farben
BI-Wissenschaftsverlag, 1994. ISBN 3-411-16691-6 - Thiele, A.: Schaubilder optimal einsetzen
Elektronik 18/1995, p. 146 - Weichert, J.: Druckschriften
Bruckmann-Verlag, München, 1991, ISBN 3-7654-2441-2
Literatur etwas abseits vom Thema
- Scholz, D.: Diplomarbeiten normgerecht verfassen
Schreibtipps zur Gestaltung von Studien-, Diplom- und Doktorarbeiten
Vogel-Verlag, Würzburg, 2001, ISBN 3-8023-1859-5 - DIN 5008-2001: Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung
Beuth-Verlag, 2. Auflage, 2001, ISBN 3-410-15188-5 - Grün, K.: Der Geschäftsbrief
Beuth-Verlag, 2. Auflage, 2002, ISBN 3-410-15189-3
Quellen im Internet
- Hallenberger, B.; Rudolf, H.:
Tutorial im Webdesign - Hösl, C. (Univ. Tübingen):
Techniken und Tricks bei der Nutzung von Postern zur Präsentation - Husinsky, J. (TU Wien):
Plakate und Poster - Kief, Chr. (Univ. Mannheim):
Hinweise zur Gestaltung von Postern zum Experimentalpsychologischen Praktikum
Unter dem Titel How to write and publish a scientific paper gibt es sowohl ein Buch von Robert A. Day als auch mehrere WWW-Seiten, in denen Ratschläge gegeben werden. Auch gibt es an verschiedenen Hochschulen Kurse unter diesem oder ähnlichen Titeln.


