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Benutzerspezifische Werkzeuge

Drucken unter UNIX - BSD und SystemV


Allgemeines


Für die nun folgende Erläuterung werden zur Vereinfachung einige Abkürzungen verwendet:

q Name einer Queue (z.B. psprint)
f1, ... , fn Namen der zu druckenden Files
n Bearbeitungsnummer eines Druckauftrags
  SystemV: Queue-Name - Laufende Nummer (psprint-123)
u Benutzerkennzeichen
m Anzahl der zu druckenden Exemplare eines Files

Im folgenden werden nur die elementaren Funktionen erläutert:

  1. Erteilen eines Druckauftrags
  2. Abfragen des Bearbeitungs-Zustands des Druckauftrags
  3. Löschen eines Druckauftrags
  4. Default-Queue


UNIX

 

Bei UNIX-Betriebssystemen gibt es verschiedene Queue-Systeme:
  • Das BSD-Queue-System ist ein einfaches, relativ leicht zu installierendes Queue-System. Es wird eingesetzt z.B. bei
    • Linux
  • Das SystemV-Queue-System ist ein komplexes Queue-System. Es enthält eine Reihe von Parallelen zu VAX/VMS. Es wird eingesetzt z.B. bei
    • SUN Solaris
    • Silicon Graphics Irix (mit eingeschränktem Funktionsumfang)
    • HP-UX
  • IBM AIX für RS6000 enthält eigenständiges Queue-System, innere Struktur nicht vergleichbar mit BSD- oder SystemV-Queue-System vergleichbar, Befehle jedoch gemäß BSD und SystemV.
  • SUN Solaris enthält zusätzlich auch Kommandos gemäß dem BSD-Queue-System (BSD Compatibility Package).
  • Silicon Graphics Irix kann optional auch mit einem BSD-Queue-System ausgerüstet werden, das dann parallel zum SystemV-Queue-System läuft, ohne daß das eine Queue-System vom anderen weiß.

 

Weitere Informationen durch

% man command



UNIX gemäß BSD-Queue-System

 

Das BSD-Drucksystem verfügt über ein einfaches Queue-System.

Standardmäßig werden Kopien von den zu druckenden Files angelegt; ferner besteht die Möglichkeit, statt dessen einen symbolischen Link zwischen dem Eintrag in der Spool-Directory und dem Original-File zu setzen. Bei Files, die größer als 1 MB sind, muß davon Gebrauch gemacht werden.

Es besteht die Möglichkeit, das Löschen automatisch nach dem Ausdruck durchführen zu lassen.

 

  1. Erteilen eines Druck-Auftrags:
    % lpr -Pq f1 ... fn
    Einige zusätzliche Optionen:
    -r automatisches Löschen nach dem Drucken
    -m automatische Mail bei Abschluß des Druckvorgangs
    -#m Ausdrucken von m Exemplaren
    -s Setzen eines symbolischen Links, d.h., es wird keine Kopie im Spool-Bereich angelegt

    Hinweis:
    Die Option -s kann auf des Unix-Rechnern des Rechenzentrums nicht genutzt werden, wenn das zu druckende File sich auf dem File-System /perm befindet.

    Das Drucken kann auch aus einer Pipe heraus erfolgen, ohne daß explizit ein File angelegt wird.
    % cat f1 ... fn | lpr -Pq

    Beispiele:
    % lpr -Ppsprint -r hugo.ps
    % cat hugo.ps | lpr -Ppsprint

  2. Abfragen des Bearbeitungs-Zustands des Druck-Auftrags:
    % lpq -Pq u
  3. Löschen eines Druck-Auftrags:
    % lprm -Pq n
  4. Default-Queue:
    Sofern kein Queue-Name angegeben ist, wird die systemweite Standard-Queue (lp) gewählt. Ein Anwender kann eine eigene Standard-Queue durch die Umgebungsvariable PRINTER festlegen. Unter SOLARIS 2 wird, sofern PRINTER nicht gesetzt ist, die Umgebungsvariable LPDEST benutzt.
Zusammenhängendes Beispiel für eine Remote-Queue:

 

% ls -l golfer.ps

-rw-r--r--  1 szrzs030    25499 Apr 30 13:44 golfer.ps

% lpr -P psprint golfer.ps

% lpq -P psprint szrzs030
  Entry  Jobname         Username     Blocks  Status
  -----  -------         --------     ------  ------
    253  golfer.ps       SZRZS030         50  Pending
         On stopped generic printer queue PS$PRINT
 
--- Queue wird vom Operator gestartet ---

% lpq -P psprint szrzs030
  Entry  Jobname         Username     Blocks  Status
  -----  -------         --------     ------  ------
    253  golfer.ps       SZRZS030         50  Retained on completion
         On idle printer queue PS_PRINT_3
         Completed  9-MAY-1996 13:56 on queue PS_PRINT_3
 
% lpq -P psprint
Generic printer queue PS$PRINT
 
Printer queue PS_PRINT_3, idle, on PRSERV::RZQMS1, mounted form QMS$DEFAULT (stock=DEFAULT)
 
Printer queue PS_HR_PRINT, idle, on PRSERV::RZQMS2, mounted form QMS$DEFAULT (stock=DEFAULT)

 



UNIX gemäß SystemV-Queue-System

 

Das SystemV-Queue-System hat eine vollständig andere interne Struktur als das BSD-Queue-System. Auch die Anwender-Kommandos sind leider im wesentlichen anders.

Das SystemV-Queue-System unterstützt Klassen von gleichartigen Druckern, so daß ein Druck-Kommando entweder einen Queue-Namen oder einen Klassennamen enthält. Mit dem Kommando

% lpstat -c

können die Klassen und ihre Mitglieder angezeigt werden.

Die Klassen- und Queue-Namen dürfen nicht länger als 14 Zeichen sein.

Standardmäßig werden keine Kopien von den zu druckenden Files angelegt.

In einem HP-UX-Cluster (HP Clustered Environment) werden die Drucker-Queues von den beteiligten Rechnern gemeinsam verwaltet.

 

  1. Erteilen eines Druck-Auftrags:
    % lp -dq f1 ... fn

    Zusätzliche Optionen:

    -m automatische Mail bei Abschluß des Druckvorgangs
    -nm Ausdrucken von m Exemplaren
    -c Anlegen einer Kopie des zu druckenden Files in der Spool-Directory

    Das Drucken kann auch aus einer Pipe heraus erfolgen, ohne daß explizit ein File angelegt wird.
    % cat f1 ... fn | lp -dq

    Beispiele:
    % lp -dpsprint hugo.ps
    % cat hugo.ps | lp -dpsprint

    Fehler bei SGI IRIX:
    Zu druckendes File und Directory müssen ``world-readable'' sein.

  2. Abfragen des Bearbeitungs-Zustands des Druck-Auftrags:
    % lpstat -oq zeigt die Druckaufträge für die Queue q
    % lpstat -p zeigt den Status der Drucker
    % lpstat -uu zeigt die Druckaufträge für den Benutzer u
  3. Löschen eines Druck-Auftrags:
    % cancel n
  4. Default-Queue:
    Sofern kein Queue-Name angegeben ist, wird die systemweite Standard-Queue gewählt. Diese Queue kann festgestellt werden mit dem Kommando
    % lpstat -d
    Ein Anwender kann eine eigene Standard-Queue durch die Umgebungsvariable LPDEST festlegen.

 

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